Skip to main content

Full text: Aus der Zeit des österreichischen Faustrechts 1440 - 1463

Die Stadt. 
IV. Das Wiener Patriziat 1452—1463, bis zum Tode 
des Erzherzogs Albrecht VI. (f 25. November). 
In der Frage, wie die finanziellen Hilfsmittel zur Be¬ 
kämpfung der zu Anfang der vierziger Jahre des 15. Jahrhunderts 
(1440—1444)') besonders zahlreich auftretenden Landesfeinde 
und Friedensbrecher aufzubringen seien, konnten wir im ersten 
Kapitel erheblich verschiedene Auffassungen bei Adel, Prälaten 
und Städten feststellen. Absolut egoistisch stand der Adel einer 
allgemeinen Besteuerung gegenüber, am opferwilligsten zeigten 
sich die Vertreter von Städten und Märkten, die eigentliche 
damalige Staatspartei, was ja auch der damalige Regent, 
noch König Friedrich als Vormund des Königs Ladislaus plato¬ 
nisch, ohne zu helfenden Taten bereit zu sein, anerkannte; die 
Prälaten nahmen eine Mittelstellung ein. 
Das gleiche gilt von der Stellungnahme zu der zweiten (im 
Grade der Wichtigkeit wohl der ersten) Hauptfrage der Zeit, der 
Herstellung eines allgemeinen Landfriedens. Auch hier 
zeigt sich ein grundsätzlicher Unterschied der Auffassung bei den 
Vertretern der Städte, denen sich in dieser Sache auch die Prä¬ 
laten anschlossen, gegenüber der des Adels. Die Frage des inneren 
Landfriedens kam als vornehmster Verhandlungsgegenstand zuerst 
(auf dem Landtage von Wien, der am 28. Dezember 1443 für 
den 8. März 14442) einberufen worden war] auf die Tagesordnung. 
Der Landtag trat tatsächlich am 8. März 1444 zusammen. 
Am i3. März antwortete der von Passau für die Prälaten den 
Herren, Rittern und Knechten, daß, falls sie in die Beratung des 
Landfriedens eingehen wollten, eine jede der vier Parteien (Stände) 
am 14. März in der Burg erscheinen sollte. Man kam dann 
wieder am 15. März zu Hof, wo einzelne Artikel beraten wurden. 
*) Siehe Tabelle in Kapitel II. \ 
2) An. Vind. II, 1141 —1211, Nr. LXXXIV—CVII. 
r Ui -UFi —
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.