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Full text: Terra sigillata

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Terra sigillata. 
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V. Die arretin'i sehen Vasen. 
Die arretinischen Vasen begegnen uns vielfach in der antiken 
Litteratnr. Plinius nennt sie als Tafelgeschirr gleich nach den 
samischen1). Aus Isidor2 3) erfahren wir, dass sie roth waren. 
Weiteres lässt sich den litterarischen Erwähnungen nicht ent¬ 
nehmen. Jeder kannte damals in Rom die vasa arretina. Daher 
finden sich wohl Anspielungen auf sie, aber keine Beschreibungen. 
Auch für die Zeit der arretinischen Industrie geben die Zeugnisse 
nichts aus. Sie sind alle verhältnissmässig späts). 
Welche der uns erhaltenen Vasengattungen mit der arretini¬ 
schen zu identifiziren sei, ist längst erkannt. Schon seit dem Mittel- 
alter sind in Arezzo Reste antiker Töpfereien entdeckt, in denen sich 
neben allen zur Fabrikation nöthigen Werkzeugen, Formen u. s. w. 
eine Menge der bekannten rothglasirten römischen Thonwaare ge¬ 
funden hat. 
Für die Bestimmung des Anfanges der arretinischen Industrie 
ist von höchster Wichtigkeit die dortige Nekropole, über die in den 
Annali d. J. 1872, p. 270 ff. von Gamurrini berichtet ist. Die 
ältesten Gräber enthalten Buccherovasen. Es folgt darauf eine 
Nekropole mit Vasen aus rothem Thon, die ganz wie das cam- 
panische Geschirr einen schwarzen Firnissüberzug haben. In Grä¬ 
bern dieses Theiles der Nekropole fanden sich noch Münzen der 
zweiten Hälfte des III. und ersten Hälfte des II. Jahrhunderts v. Chr. 
Dann erst folgen die Gräber mit Terra sigillata-Gefässen. 
Vergleichen wir damit die Funde aus der ältesten Nekropole 
vom Esquilin4), die D res sei dem II. Jahrhundert v. Chr. zu¬ 
schreibt, so sehen wir, dass auch in dieser die eigentlich arrc- 
tinisehe Waare noch fehlt. Wohl aber finden sich hier schon 
einige den arretinischen Vasen ähnliche Stücke von rother «Farbe 
und eine andere Gattung, die wie die campanische mit schwarzem 
1) Plin. H. N. XXXV 160. 
2) Orig’. XX 4. Hier ist die Angabe glaubwürdig im Gegensatz 
zu der über die samischen Vasen. 
3) Martial I 53, 6. XIV 98. XIII 7, 1 (?). Pseudovergil. epigr. 
Anthol. lat. Nr. 158 (Poet. lat. min. ed. Baehrens. IV, p. 157). Schob Pers. 
I 129. 
4) A. d. J. 1880 p. 265 ff.
	        
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