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Full text: Terra sigillata

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Hans Dragendorff: 
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den x) und die Funde in Arezzo zeigen weiter, dass die Fabriken 
des Cispius, Perennius und Tellius später in die Hände des P. Corne¬ 
lius übergingen. Denn in den Schutthaufen dieser drei Töpfereien 
finden sich Scherben mit dein Stempel des Cornelius in der ober¬ 
sten Schicht. Eine in Cincelli, in der Fabrik des Cornelius gefundene 
Schale trägt unter ihren Ornamenten den Abdruck einer Münze mit 
dem Kopf des jugendlichen Octavian und der Umschrift A V G VST V S1 2). 
Die Schale ist signirt mit dem Namen des R 0 D V S. Dieser ist uns 
als Sklave des Cornelius bekannt, zu dessen sonstiger Dekorationsweise 
auch dieses Gefäss passt. Daraus ergibt sieh, dass die Töpferei 
des Cornelius noch in der Zeit des Augustus arbeitete und die an¬ 
sprechende Vermutliung G a m u r r i n i' s, dass er ein Freigelassener 
des Sulla war und mit der cornelischen Colonie nach Arezzo kam, 
steht hiermit nicht im Widerspruch3 4). Zu den älteren Fabriken, 
d-. li. in die erste Hälfte des I. vorchristlichen Jahrhunderts, ge¬ 
hören auch die Töpfereien des Sentius und Domitius, von denen 
Stempel neben anderen sicher arretinischen und vorrömisch-galli- 
sclien Scherben auf der Stätte des alten Bibracte gefunden sind, 
die somit der Zeit vor der Zerstörung dieses Ortes durch Caesar 
angehören G. Späterer Zeit, wohl erst dem I. nachchristlichen Jahr¬ 
hundert, gehört die Fabrik des Cn. Ateius an, die massenhaft in die 
Provinzen exportirt und von der sich sogar ein Stück in Britannien 
findet 5). Wir kommen damit auf die Verbreitung der arretinischen 
Vasen. 
3. Die Verbreitung- der arretinischen Vasen. 
Das durch die Fabrikstempel sicher als arretinisch zu bestim¬ 
mende Fabrikat findet sich in Italien, in grosser Masse in Spanien, 
in Afrika, vereinzelt auf den griechischen Inseln bis nach Klein- 
1) Atti d. L. IV 3. p. 281. 
2) Funghini p. 30. Taf.Nr. 02. 
3) Wichtig sind für diese Verhältnisse die vorläufigen Berichte Ga- 
murrini’s in den Notizie degli scavi 1893 p. 138 und 1894 p, 48. 
4) Sie befinden sich jetzt im Mus. v. St. Germain, wo ich sie gesehen 
habe. Es scheint mir keine Scherbe darunter, die man späterer Zeit zu¬ 
schreiben müsste. 
5) C. VII 1330. 90.
	        
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