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Full text: [Beówulf]

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§. 20. Durch die Negation, oder wenigstens durch die negative Be¬ 
deutung des Satzes veranlasst erscheint der Genetiv in folgenden Fällen: 
nät (= ne wat) he thara göda. 681. 
leögan. he ne leag fela wyrda ne worda. 3029 vgl. §. 18, e. 
swigian. lyt swigoda niwra spella. 2897. Doch scheint es geratener 
swigian (als Verb. priv.; vgl. Grimm, Gr. IV. 677) überhaupt mit dem 
Gen. verbunden zu fassen. 
Adverbialer Genetiv. 
§. 21. Localer Genetiv. Der locale Genetiv eines Substantivs ist im 
Beowulf selten. He ne üdhe, thät senig ödher man mmrdha mä middan- 
geardes gehedde under heofenum thonne he sylfa. 504. middangeardes 
lässt sich local fassen „auf der Erde“ und steht parallel zu under heofenum; 
man könnte es aber auch zu mrerdha ziehen: „Erdenruhm.“ 
Aehnlich: sö'na thät onfunde fyrena hyrde, thät he ne mette midda- 
geardes, eordhan sceattä on elran men mundgripe märan. 750. Ich 
fasse eordhan sceätta [sceätta ist übrigens nicht ganz sicher *)] parallel zu 
middangeardes und setze daher, abweichend von Heyne und Grein einen 
Beistrich nach middangeardes. „auf Erden (Mitgard), in Landstrichen der Erde.“ 
Zum Adverb ist der Genetiv geworden in: hi thär gesegan wyrm 
on wonge widherrähtes (dagegen gerichtet, gegenüber) liegean. 3039. thä 
wäs eädhfynde, the him eiles hwär räste [söhte] 139. sceolde wie eardian 
eiles hwergen. 2590. Allerdings ist in den beiden letzten Beispielen nur 
eil es Genetiv. 
§. 22. Temporaler Genetiv. Von Substantiven nicht häufig, dag es, 
nihtes. **) unblidhe hwearf däges and nihtes. 2269. nihtes fleogedh fyre 
befangen. 2273. über slög nieeras nihtes 422 vgl. §. 4. the hire an däges 
eagum starede. 1935. sidhdhan rnorgenleoht ofer ylda bearn odhres dö- 
gores ... scinedh. 605. Hier ließe sich odhres dögores auch attributiv zu 
rnorgenleoht ziehen. 
Zu Adverbien geworden sind die Genetive: singales „beständig“, 
plural: singala, geära „ehemals,“ ungeära „neulich, bald,“ seinninga „alsbald, 
plötzlich.“ fseringa „plötzlich,“ genunga „geradezu, vollständig.“ 2871. Morris, 
Outlines of English Accidence, p. 196 u. 317 fasst die Formen auf a als 
Dat. (Instr.) sing, fein., ich glaube, nicht mit Recht, singala neben singales 
weist entschieden auf einen Gen. plur. Vgl. auch Koch, Satzlehre, ed. 
Zupitza, p. 310 und 325. 
singales sele bewitiadh. 1135. ic singales wäg mödeeare micle. 
1777. mselceare maga Healfdenes singala seädh. 190. 
seinninga bidh, thät 1767. ödh thät semninga sunu Healfdenes 
secean wolde sefenreste. 644. ödh thät semninga tö sele cömon frome fyid- 
hwate. 1640. swa thu on geogudhfeore geära geewsede. 2664. thät wäs 
ungeära, thät 932. 602. ödh thät he fseringa fyrgenbeämas funde. 1414. 
thä thu faeringa feorr gehogodest säcce secean. 1988. 
§. 23. Es sind noch einige adverbielle Genetive zu erwähnen, welche 
allgemein das Gebiet der Tätigkeit des Verbs bestimmen oder dem ganzen 
Satze eine allgemeine Bestimmung verleihen. Erdmann II. §. 215. 
*) Vgl. jedoch Wülcker. 
**) Scherer ZGDS. p. 460., Mätzner I. 254.
	        
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