Skip to main content

Full text: Die Schule der Zukunft

53 
kunftsschule wird nicht nur eine Arbeitsschule, sondern sie 
wird auch eine Schule der Demokratie, der Selbstregierung 
und Selbsterziehung der Jugend sein. 
12. Die Zukunftsschule und der Zukunftsstaat. 
Die Schule ist ein politicum und die politische Organi 
sation der Menschen auf einem bestimmten Gebiet ist der 
Staat. Seit der Reformation ist der Staat Herr und Ver 
walter der Schule. Aus dem absoluten, dem despotischen 
Staat, ist der konstitutionelle Staat, aus dem konstitutionellen 
Staate ist der demokratische Staat, die Republik, geworden. 
Der demokratische Staatsgedanke und die demokratische 
Staatsform haben in den letzten 60 Jahren grosse Fort 
schritte gemacht. 
So wenig wie die Entwicklung der Gesellschaft stille 
steht, so wenig steht die Entwicklung des Staates stille. 
Der Polizei- und Gewaltsstaat entwickelt sich zum Rechts 
und Wohlfahrtsstaat, der Staat der Reichen und Bevor 
rechteten entwickelt sich zum Staat der Freien und Gleichen, 
der Gegenwartsstaat entwickelt sich zum Zukunftsstaat. 
Unsere schweizerische Demokratie ist schon ein schönes 
Stück Zukunftsstaat, und der Weltkrieg hat viele Staaten zur 
Demokratie und dadurch zum Zukunftsstaate hingedrängt. 
Wir haben nachgewiesen, dass der Kastenstaat, der 
Sklavenstaat, der Ständestaat und der absolute Staat Feinde 
der allgemeinen Volksbildung waren, und dass sie die Arbeit 
nicht in ihren Schulen hatten. Der moderne Staat hat sich 
in demselben Masse volksbildungsfreundlicher erwiesen, als 
er sich zu immer grösserer Rechtsgleichheit und Demokratie 
entwickelt hat. Dafür nur ein paar Beispiele. Die grossen 
Fortschritte des Erziehungs- und Bildungswesens der 
Schweiz fallen mit den grossen Fortschritten der Demokratie 
von 1830, 1848 und 1867—1874 zusammen. In Frankreich 
ging es genau so. Napoleon I. gab für das Volksschul-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.