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Full text: Die Philosophie der Erleuchtung nach Suhrawardi (+1191)

Teil I. 
Propädeutik. 
Das Ziel, das wir in diesem Buche1) erstreben, läfst sich 
in zwei Teile zerlegen. Der erste handelt Uber die Regeln 
(„Fesselungen“) des Gedankens. Dies ist die Logik, da durch 
sie die Scheidung der richtigen und falschen Gedanken erkannt 
wird. Ihr kommen drei Teile zu, der erste: die Erkenntnisse 
im allgemeinen und die Definition, der zweite: die Beweise 
und ihre Prinzipien, der dritte: die Widerlegung der Sophismen. 
Der zweite Teil handelt über die göttlichen Leuchten, die 
ersten Prinzipien und die Ordnung des Seins. Vor dem Ein¬ 
treten in diese Probleme sind als einleitende Fragen noch zu 
l) S. 28. Der Kommentar führt in der Einleitung aus: „In diesem 
Buche (3) werden die Auferstehung der Leiber, alle Verheifsungen des 
Propheten, die Wunder und Vorhersagungen erklärt. Zn solchen Erkennt¬ 
nissen gelangt man aber nur durch Veredelung der Seele (eisirr), wie es 
Avicenna in den Thesen, der Erlösung uud der Genesung der Seele darlegt 
in Übereinstimmung mit den alten Philosophen Agathodemon (Anaximander), 
Hermes, Empedokles, Pythagoras, Sokrates, Plato und anderen, die in ihrem 
sittlichen Leben danach strebten, die Eigenschaften Gottes sich zu eigen 
zu machen. Nur wer sich Gott in einer vierzigtägigen Fastenzeit ganz 
geweiht hat (5,4), kann in diese Mystik eindringen. In unserer Zeit 
(ca. 1300) befafst man sich mit abgeleiteten Wissenschaften, vielen Dis¬ 
putationen und heftigem Opponieren, das fruchtlos bleibt. Man weist die 
Mystik ab und vernachlässigt die Beschäftigung mit den Prinzipien (6). 
Einem Mystiker gehorcht jedoch die Welt der Veränderungen (alakwan) 
ebenso wie den Wunder wirkenden Heiligen. Dieses Werk widme ich 
dem Gouverneur Dasgerdäni (Ali bn Muhammed; 8), der in den beiden 
lugenden, der theoretischen und der praktischen Philosophie, gleichmäfsig 
erfahren ist.“ Ein darauf folgendes Gedicht beginnt wie das Lobgedicht 
Paranis auf seinen Gönner in seinem Kommentar zu den Ringsteinen. 
Philosophische Abhandlungen. XXXVIII. -i
	        
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