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Full text: Die Philosophie der Erleuchtung nach Suhrawardi (+1191)

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menten bestehen kann, z. B. aus einem himmlischen („äthe¬ 
rischen“) und einem irdischen („elementaren“). Sodann ist 
alles auszuschalten, was nicht die eigentliche Ursache ist. 
Ferner ist es durchaus nicht immer einwandfrei sicher, dafs 
die Ursache der Ableitung (dem Verglichenen) zukommen müsse, 
wenn sie im Vergleichsobjekte enthalten ist (130). 
Man unterscheidet eine demonstratio quod (Beweis für die 
Existenz einer Tatsache) und eine propter quod (oder quia; 
Beweis der Ursache einer Tatsache. Glosse: Eine demon¬ 
stratio quod ist folgende: Was sich, wenn es beleuchtet wird, 
so und so [wie der Mond in seinen verschiedenen Phasen] ver¬ 
hält, mufs kugelförmig sein. Der Mond verhält sich nun aber 
so. Also ist er kugelförmig — vgl. Avicenna: Genesung der 
Seele. — Der terminus medius ist vielfach die Ursache für die 
Beziehung des terminus maior zum terminus minor, und zwar 
sowohl in ordine logico als auch reali. Dann liegt eine de¬ 
monstratio propter quod vor [131]. Die Glosse — 132 — be¬ 
ruft sich auf Avicenna: Die Philosophie der Erleuchtung — 
alhikma almuschrikija — und Gurgani: Glossen zu Tüsi). 
Die Erkenntnis (133) ist entweder Begriff oder Urteil. Die 
Methode des Erkennens erstrebt demnach entweder einen Be¬ 
griff — hier gelten die Fragen was und wie beschaffen — 
oder ein Urteil zu erwerben — hier gelten die Fragen ob und 
weshalb (Glosse: Es gibt drei Fragen: Was, ob und weshalb 
— vgl. die Einleitung der Mathematik des Euklid. In der 
„Theologie“ zeigt Aristoteles, dafs im vollkommenen Erkennen 
das Was und Weshalb zusammenfallen — 135). 
Abhandlung III. Sophistik. 
Kapitel I. Die Arten des Fehlschlusses. 
Die Quelle der Sophismen (136) liegt darin, dafs zwischen 
dem Dinge und dem, was ihm ähnlich sieht, nicht unterschieden 
wird. Die einen enthalten eine Verwechslung in den Worten, 
die andern in den Begriffen (die Glosse beruft sich auf Avicenna: 
Genesung der Seele. Dann berichtet sie: „Mit eigenen Augen 
haben wir — Schiräzi 1640* — Leute gesehen, die sich an¬ 
fänglich als Philosophen gebärdeten und die Leute zur Philo¬ 
sophie aufforderten, obwohl ihre Stellung in derselben eine
	        
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