Skip to main content

Full text: Cantatefeier im Biedermeier

L 
eipzig hat die meisten Pressen und duldet am wenigsten 
Druck; Leipzig hat die meisten Krebse und schreitet doch 
immer verwart s." Also verkündet ein Biedermeier den Ruhm 
des „papiernen" Leipzig, dieser Hochburg aller Buchhändler deut¬ 
scher Zunge. Ihm streben sie zu als einem Mekka, das alljährlich 
zu einem fröhlichen Cantate einlädt. Der weiland kursäch¬ 
sische, seit Anno I8O6 königlich sächsische gelbe Schwager mit den 
silbernen Knöpfen nähert sich mit seiner Arche Noäh dem bieder- 
meierlichen Leipzig, der welt- und weitberühmten Messe- und 
Musenstadt, läßt eine lustige Fanfare ertönen im Hochgefühl 
glücklich absolvierter Messefahrt, in liebesduseliger Vorerinne¬ 
rung an Mine, des Postmeisters Köchin: 
„Schnetterdeng! Schnetterdeng, so fahren ein 
Zu allen Toren Posten; 
Zu handeln oder sich zu freun, 
Und Leipzigs Lust zu kosten. 
Und jedes Haus ist jetzt bewohnt, 
Und jedes kleine Loch selbst lohnt." 
Schon lange vor den Toren Leipzigs strecken die Herren 
„Buchführer" die neugierigen Hälse zum Kutschfenster hinaus, 
spähen nach dem wohlbeleibten Pleißenburgturm. Wie dem 
Rompilger die Kuppel Sankt Peters eine himmlische, so ver¬ 
hieß dem Messepilger Lotters Trotz-in-die-Welt eine irdische
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.