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Full text: Der populäre Rechtsfreund

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I. Sicherstellung der Interessen eines geringfügigen 
Kapitales. (Sparkasse.) 
Geringfügige Ersparnisse Unbemittelter sicher zu verwahren und zu 
verzinsen, ist der Zweck der Sparkasse. Dadurch werden den Fabriks¬ 
arbeitern, Handwerkern, Taglöhnern, dem Landmanne und den Dienst¬ 
boten, überhaupt arbeitsamen und sparsamen Personen der mindern 
Klassen die Mittel an die Hand gegeben, von ihrem mühsamen Erwerbe 
oder ihrem Ersparnisse von Zeit zu Zeit ein kleines Kapital zurück zu 
legen, um solches in späteren Tagen zur Begründung einer besseren 
Versorgung, zur Aussteuer, zur Aushilfe in Krankheit, im Alter, oder 
zur Erreichung irgend eines löblichen Zweckes zu verwenden. Die Spar¬ 
kasse wirkt auf Thätigkeit, Mäßigkeit und Ordnungsliebe hin, verwahrt— 
wenn gleich langsam, doch sicher — gegen Noth und Arniuth, und ist somit, 
für das Familien- und allgemeine Wohl höchst ersprießlich. 
Indem jedoch die Sparkassen nur bei Anlegung geringerer Summen 
zur Theilnahme berechtigen und größere Kapitale in der Regel nicht mehr 
angenommen werden, schließt sich der Wirkungskreis der Sparkassen da, 
wo es sich von mehr, als bloßer Anhäufung der Ersparnisse handelt, und 
hier beginnt jener der Lebens- und Rentenversichernngs-Anstalten und 
der Witwenkassen, welche recht eigentlich dazu bestimmt sind, die Erspar¬ 
nisse des Mittelstandes auszunehmcn. 
(Siehe die Sparkasse). 
II. Sicherstellung eines bestimmten Kapitales, 
welches dann ausgezahlt wird, wenn eine be¬ 
stimmte Person nach Ablauf der im Vorhinein 
bedungenen Zeit noch am Leben ist. (Kapitals- 
Versicherung.) 
Hier müssen zuvörderst die Begriffe von Kapital »nd Rente gegeben 
werden. Kapitale heißen jene Beträge, zu deren Bezahlung die Anstalt 
verpflichtet ist, wenn dieselben ein für allemal zu leisten sind. Renten 
dagegen werden jene Zahlungen genannt, welche die Anstalt an eine 
Person in der Regel während deren ganzen Lebensdauer jährlich in beliebig 
bestimmten Raten zu zahlen hat. 
Die Beträge, welche der Versicherte jährlich oder ein für allemal 
an die Anstalt entrichtet, heißen Prämien. Die Urkunde, welche die 
Anstalt dem Versicherten ausstellt, wird Polizze genannt.
	        
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